Reisebericht Ripsdorf (Blankenheim - Eifel) , 2.-5. Juni 2026

Die nördliche Eifel bei Blankenheim zeichnet sich nicht nur durch ihre Landschaft aus, sondern mehr noch durch ihre einzigartige Pflanzenwelt mit über 30 Orchideenarten und durch ihre Vielzahl an Schmetterlingen. Auch bei uns weniger verbreitete Vogelarten wie der Neuntöter oder die Tannenmeise sind hier leicht auffindbar. Zwar spielte das Wetter in der ersten Juniwoche 2026 (zumindestens für die Schmetterlinge) nicht so recht mit, aber eine Vielzahl botanischer Kostbarkeiten entschädigte für das eher motivationshemmende Wetter.  Ausgangspunkt war der kleine Ort Ripsdorf (zu Blankenheim gehörig), in dessen Nähe sich viele unterschiedliche und spannende Lebensräume finden. Besonders interessant fand ich das Seidenbachtal mit seinen Magerrasen  und das Lampertstal mit  Magerrasen und Wacholdertrockenrasen. Auch die Feuchtwiesen im Nonnenbachtal und Ahrtal lassen den botanisch Interessierten auf seine Kosten kommen.


Orchideen der Nordeifel, Ripsdorf

Der Besuch des Seidenbachtales bei Blankenheim mit seinen zwei Parkplätzen und markierten Pfaden lohnte sich besonders. Im Naturschutzgebiet Froschberg und im Seidenbachtal gab es reichlich Möglichkeiten  Sommerwurze,  Brand-Knabenkräuter und Wiesen voller Mückenhändelwurze zu bewundern. Fliegenragwurz, Grünliche Waldhyazinthe, Großes Zweiblatt und die Grüne Hohlzunge blühten ebenso wie das Weiße Waldvögelein an einem Waldweg. Alle Fotos dieser Arten (Bilder 1- 14) entstanden hier am 2. und 3. Juni 2026. Bis zum Dahlemer Moorpfad mit Wiesen voller Gefleckter Knabenkräuter ist es nicht weit. Die anderen Orchideen (Helm- und Männliches Knabenkraut und Pyramidenorchis) fotografierte ich im Lampertstal.


Sommerwurzarten (Orobanchen)

Ein besonderes Kapitel wert sind die verschiedenen Sommerwurzarten (alle Fotos vom 2.6. bis  4.6. 26) , die sich in der Eifel finden lassen und  Anfang Juni an vielen Orten auffallen. Sommerwurze sind keine Orchideen wie so mancher glaubt, sie wachsen aber oft in den gleichen Biotopen wie Orchideen. Sommerwurze (Orobanche) sind chlorophyllfreie, auf den Wurzeln anderer Pflanzen lebende Vollschmarotzer, die spargelartig aus dem Boden hervorschießen. Sommerwurzarten haben reduzierte Blätter, die nur noch in Form von Schuppen vorhanden sind.
Die meisten Orobanchen wachsen an sonnigen, trockenen und warmen Standorten vor allem in Magerrasen, Halbtrocken- und Trockenrasen. An schattigen Stellen findet man nur wenige Arten (wie Orobanche flava, O. hederae und O. salviae). In ihrem Auftreten sind Sommerwurzarten oft unbeständig. Die Anzahl der blühenden Pflanzen kann von Jahr zu Jahr erheblich variieren und auch die Blütezeit ändert sich oft.

Fast alle etwa 30 mitteleuropäischen Orobanche-Arten sind mehr oder weniger stark gefährdet. Auch wenn sie ein weites Verbreitungsgebiet haben, sind sie jedoch fast überall selten und gesuchte Raritäten. Standorte gehen durch Straßenbau, weitere Bebauung, Stickstoffeintrag und landwirtschaftliche Nutzung verloren. Auch Verbuschung von Trockenrasen drängen die Pflanzen zurück.

Sommerwurzarten sind nur schwer zu bestimmen. Viele Arten sind sehr variabel in ihrer Erscheinungsform und Blütenfarbe. Von fast allen Arten werden auch hellgelbe Exemplare gefunden. An schattigen Stellen sind die Blütenfarben heller gefärbt.  Da Sommerwurzarten Wirte brauchen ist es zumindestens sehr hilfreich, sich nach den Wirtspflanzen umzusehen. Diese müssen aber nicht immer im sichtbaren Umfeld der Pflanze erkennbar werden. Dem, der sich für Sommerwurzarten interessiert, sei das Buch Orobanche, Die Sommerwurzarten Europas  von C.A.J. Kreutz , 1995  (SBN 90-74508-05-7)  empfohlen. In diesem Buch stellt der Autor sämtliche mitteleuropäischen Sommerwurzarten mit sehr guten Fotos vor.


Kleine Auswahl weiterer Wildpflanzen bei Ripsdorf

Die Vielzahl schöner und sonst auch seltener Wildpflanzen erklärt sich durch die Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen in der Nordeifel. Besonders Magerrasen und Trockenrasen sind andernorts seltene Biotope, die mit einer bunten Pflanzenvielfalt überraschen. Magerrasen und Halbtrockenrasen beherbergen nicht nur Orchideen und Sommerwurzarten, auch sonst selten gewordene Ackerwildkräuter und Wegbegleitpflanzen kommen hier noch häufiger vor.


Eifalia Schmetterlingsgarten - nicht nur für regentage

Für Regentage ideal ist der Schmetterlingsgarten Eifalia, der an der Ahr liegt und von Wacholdergebieten, die prägend für die Eifel sind, umgeben ist. In zwei Hallen, die speziell der tropischen Flora und Fauna nachempfundenen sind, kann  der Besucher ganz in Ruhe (meistens ist der Schmetterlingsgarten nicht überfüllt)  tropische Schmetterlinge beobachten und fotografieren. Darüber hinaus werden auch Schildkröten, Leguane, Chinesische Zwergwachteln und weitere kleine Vögel gezeigt. Im Regenwaldhaus, in dem zahlreiche „blaue Morphofalter“ und  „Bananenfalter“ ihre Runden drehen, kann man auch nach den Raupen der Schmetterlinge Ausschau halten. In der zweiten Halle fliegen bis zu 40 verschiedene Schmetterlingsarten. Man kommt den  Schmetterlingen ganz nah, sollte sie aber keineswegs berühren. Am Eingang der Halle liegen mit Nektar beträufelte Kunstblumen bereit. Diese darf man bei einem Rundgang mit durch die Tropenhalle nehmen. Der Nektar lockt die exotischen Falter an und sie setzen sich von alleine auf die Kunstblumen. Der Schmetterlingsgarten Eifalia ist komplett barrierefrei und es gibt viele Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen. Die Kontaktdaten des Schmetterlingsgartens: Schmetterlingsgarten Eifalia, Am Hammerwerk 2 (oder für GPS Adresse: Ahrtal 13) 53945 Ahrhütte (Blankenheim)