Spaß im Winter: Beobachten und Fotografieren der Vögel an der Winterfütterung

Aus einem Tarnversteck heraus beobachte ich in diesem Winter (2010/2011) regelmäßig die Vögel, die in unserem Naturgarten vorkommen und die Winterfütterung aufsuchen. Im Herbst habe ich mir große Vorräte an Walnüssen angelegt, auch Beeren von Holunder und Eberesche (leider sind sie jetzt, Ende Dezember, längst ausgegangen) und Früchte von Mispeln habe ich gesammelt. Mit handelsüblichem Winterstreufutter (eine Mischung aus Haferflocken, Rosinen, Nüssen, Sonnenblumenkernen und Hanfsamen und Samen verschiedener Wildkräuter) bin ich gut bevorratet. Zusätzlich gebe ich geviertelte Äpfel und ab und zu Weintrauben und Mehlwürmer. Meine Kamera ist fest auf dem Stativ montiert. Mit meinem 300mm Objektiv bin ich gut gerüstet, die Futterstellen befinden sich wenige Meter vor mir. Um möglichst naturnah wirkende Fotos machen zu können, verstecke ich die Nüsse z.B. in Astlöcher und hinter vorstehender Baumrinde und sorge für Ansitze in Nähe der Futtersilos und Meisenknödel. Alle Fotos, die unter dem Menüpunkt „Winterfütterung" zu sehen sind, sind ab Dezember 2010 entstanden und ich hoffe, dass noch viele weitere Fotos weiterer Arten dazukommen. Die ersten Arten an der Fütterung waren Kohl- und Blaumeise, Feldsperling, Heckenbraunelle, Buchfink und Rotkehlchen. Bald folgten Amsel, Ringeltaube und erfreulicherweise auch Hohltaube, Buntspecht und Fasan. Sehr scheu an der Futterstelle sind die Dohlen; um sie fotografieren zu können, muss ich stundenlang im Tarnversteck ausharren- bei den eisigen Temperaturen, die in diesem Winter herrschen, nicht nur reines Vergnügen.

Die Winterfütterung bietet die einmalige Chance, Vögel aus der Nähe zu beobachten und besser kennen zu lernen. So kann man zum Beispiel herausbekommen, welches Futter die verschiedenen Arten präferieren (Walnüsse waren für beinahe alle Arten der absolute „Renner", selbst die Weichfresser Amsel und Heckenbraunelle zogen Nüsse z. B. Rosinen vor), welche Vogelarten über andere dominieren (das ist nicht immer so leicht herauszufinden und wahrscheinlich auch abhängig vom Grad der individuellen Sättigung) oder wie erstaunlich schnell Vögel dazu lernen können (die erst so scheuen und vorsichtigen Goldammern und Amseln kamen schließlich sofort zur Futterstelle, wenn ich neues Futter auslegte und ließen sich von mir überhaupt nicht mehr stören). Man erkennt auch, dass durchaus nicht alle Vögel einer Art gleiches Verhalten zeigen (eine Ringeltaube drohte und verjagte selbst Dohlen und Fasane, eine andere Ringeltaube scheute selbst vor Hohltauben zurück). Als stiller Beobachter und Zuhörer lernt man auch die unterschiedlichen Warnrufe von Amseln (vor Bodenfeinden wie Hauskatzen und Feinden aus der Luft wie Eulen und Sperbern) kennen.

Zur Zeit hungern viele Vögel und vermutlich sind längst die ersten Vögel dem strengen Winter zum Opfer gefallen. Zaunkönige sehe ich zum Beispiel gar nicht mehr, während vor der Kälteperiode mit Eis und Schnee gleich mehrere hier herumschlüpften. Den Vögeln, die jetzt noch zu sehen sind, bietet meine Futterstelle eine Hilfe zum Überleben und sie lindert das Leid vieler Vögel, die sonst vermutlich hungern würden. Darüber freue ich mich einfach! Beachtet man zudem noch einige einfache Regeln (kein Verfüttern von Essensresten, kein Füttern am Futterhaus, da Infektionen drohen) steht dem Vergnügen, das die Fütterung dem Beobachter bereitet, nichts mehr im Wege!