Der Feldsperling - Tier des Monats Februar 2007

 

Selten sollen sie werden, unsere Spatzen! Seit Jahren schon zeigen diese Allerweltsvögel abnehmende Bestandszahlen. Betroffen sind beide Spatzenarten, der Haussperling und der hier vorgestellte Feldsperling.

Gründe für den Rückgang des Feldsperlings lassen sich im Verschwinden von Streuobstwiesen und Feldgehölzen finden, die dem hübschen Vögelchen ideale Brutplätze bieten. Der Verlust von Ackerrandstreifen, Brachflächen und Stoppelfelder nimmt dem Sperling seine besten Nahrungsbiotope.

 

Auch Kleintiere werden weniger als früher gehalten; von deren Haltung profitiert unser Feldspatz auch in besonderer Weise. Dort wo heute noch Insektizide und Pestizide in der Landwirtschaft eine Rolle spielen, hat es der kleinere Verwandte unseres Haussperlings besonders schwer.

Unser Garten dagegen bietet dem Feldsperling beinahe ein Paradies: hier in landwirtschaftlicher Umgebung wird weder gespritzt noch übertrieben aufgeräumt, werden Hühner, Schafe und ein Pony gehalten- kein Spatz wird vergiftet,  Futter ist überall reichlich vorhanden und die Feldsperlinge können ihre Nester im Überfluss mit Federn, Wolle und Haare auskleiden.

 

Wird das Pony im Frühjahr gebürstet,  sind die herausgebürsteten Haare im Nu aufgelesen und in den von uns für Spatzen und Meisen angebotenen Nistkästen verschwunden.  Das Paradies für die Feldsperlinge wäre perfekt, wenn nicht Steinkauz und Schleiereule, Sperber und Katzen von Zeit zu Zeit dafür sorgten, dass die geselligen Spatzen nicht allzu übermütig werden.

Unsere Feldsperlinge haben sich wie die verwandten Haussperlinge bestens an menschliche Siedlungen angepasst: Nicht nur die Nistkästen werden bezogen, auch versteckte Winkel an der Hauswand werden zur Brut genutzt. Die Obstbäume bieten weitere Nistmöglichkeiten, Nahrung und Schutz wie auch die umliegenden Hecken und Sträucher.

 

Im Winter verschwinden die Spatzen manchmal für längere Zeit auf den umliegenden Feldern, vor allen den brachliegenden. Zusammen mit Ammern und Finken bilden sie große Schwärme. Nur aus Eigennutz biete ich unseren Feldsperlingen dann aber dennoch Futter im Futtersilo an: zu gern beobachte ich die munteren, stets miteinander streitenden und kebbelnden Gesellen. 

Die juvenilen Feldspatzen kann man noch immer gut an den gelben Schnabelwinkeln erkennen, Männchen und Weibchen dagegen sind nicht unterscheidbar. So ganz habe ich auch noch nicht herausbekommen, wann es eigentlich Streit zwischen den Vögeln gibt und wann sie friedlich miteinander fressen. Meiner Beobachtung nach streiten aber vor allem die jungen Sperlinge gern miteinander- vielleicht müssen sie ihre gesellschaftliche Stellung in der Feldsperlingshierarchie erst noch finden.

 

Die Blaumeisen indes haben Respekt vor den braunwangigen Feldsperlingen; sie ziehen feldspatzfreie Futterplätze vor.

Meistens halten sich ein knappes Dutzend der Vögel in Nähe des Futtersilos auf. Haben sie aber richtig Hunger, weil draußen unter einer Schneedecke oder bei Dauerfrost nichts mehr zu finden ist, können auch 20, 30 oder noch mehr Feldsperlinge hier auftauchen.

 

Irgendwie kriegen sie immer blitzschnell mit, wenn es was gibt, sind auch  dabei, wenn die Hühner gefüttert werden. Egal ist ihnen aber nicht, was es gibt: füttere ich zwischendurch mal mit Mehlwürmern, sind sie viel gieriger als sonst und erscheinen so lange, bis auch wirklich kein einziger Wurm mehr herumkrabbelt- eindeutig ziehen sie die tierische Nahrung auch im Winter der pflanzlichen vor.

 

Wenn die Feldsperlinge dann im Frühjahr ihre ersten Jungen haben, stellen sie sich ohnehin ganz auf tierische Nahrung um und tragen ihren Kleinen ununterbrochen Läuse, Raupen und Fliegen zu. So machen sie sich im Garten auch nützlich, indem sie eine Unmenge von schädlichen Insekten vertilgen. Bei bis zu drei aufeinander folgenden Bruten wird so manch ein Gramm Insekten verzehrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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