Tier des Monats März 2005- Die Blaumeise

 

 

 

 

 

 

Unabhängig davon, ob es noch friert oder Schnee liegt, beginnen die Blaumeisen schon im Februar damit, nach geeigneten Bruthöhlen zu suchen, auch wenn sie dann erst im März oder April mit dem Nestbau beginnen.

 

 

 

Um sie im Frühjahr bei ihrer Brut beobachten zu können, habe ich reichlich Nistkästen aufgehängt. Denn Nistkästen nehmen Blaumeisen gern an. Überhaupt sind Blaumeisen nur deshalb so häufig, weil in fast jedem Garten Nistkästen angeboten werden. Natürlicherweise würden Blaumeisen Spechthöhlen beziehen oder Höhlen, die durch Blitzschlag oder andere Wettereinflüsse in Bäumen entstanden sind. Viele Konkurrenten gibt es um diese nur knapp vorhandenen Höhlen: Kohlmeisen, Feldsperlinge, Stare, Kleiber, Trauerschnäpper, selbst Hornissen, Hummeln oder Fledermäuse sind daran interessiert.

Im Wettbewerb um diese begehrten Nistgelegenheiten würden Blaumeisen aufgrund ihrer geringen Größe wohl meistens unterliegen und folglich wären sie wohl eher selten, wenn sie halt nicht auf die menschliche Hilfe bauen könnten, die ihnen genügend Nistgelegenheiten bietet. Auch für Futter wird im Winter reichlich gesorgt.

 

 

 

 

Also können Blaumeisen in menschlicher Nähe wie im Schlaraffenland leben; Futtergaben lassen sie auch strenge Winter überstehen, Nistgelegenheiten gibt es genügend, zumal die kleinen Meisen ja auch nicht nur Nistkästen, sondern Briefkästen, offene Wäschespinnen oder Lampen und selbst Verkehrsschilder in den Städten zur Brut nutzen

 

 

 

und viele Gärten sind für Blaumeisen optimal eingerichtet. Denn kleine Teiche und fließendes Wasser bieten Bade- und Trinkgelegenheiten, Gartenblumen wie Rosen und Dahlien ziehen oft massenhaft Läuse an und decken den Tisch vom Frühling bis Herbst.  Wenn bloß keine übereifrigen Gärtner nach chemischen Mittel im Kampf gegen Läuse und andere Pflanzenschädlinge greifen, die nicht nur die missliebigen Insekten, sondern auch die beliebten Blaumeisen beseitigen! Blaumeisen schaffen es durchaus mit anderen helfenden Fressern wie Schwebfliegen und Marienkäfern und ihren Larven der Blattlausplage Herr zu werden.

 

 

 

 

Jetzt im März beginnen die Blaumeisen damit, die vorgefertigten Kästen zu beziehen. Zuerst tragen sie wie alle Meisen eine dicke Moosschicht in die Kästen; dann folgen Würzelchen und feine Halme und schließlich wird die Mulde mit Haaren und Wolle ausgepolstert- bei uns haben sie es gut, denn sowohl unser Schafe als auch unser Pony lassen sie in direkter Nachbarschaft fündig werden. Drei bis sechs Tage baut das Blaumeisenpärchen an seinem Nest, man sieht an dem verwendeten Material, in welcher Bauphase es sich gerade befindet.

Danach legt das Weibchen die meist 8-12 Eier ab und beginnt dann alleine zu brüten. Von Zeit zu Zeit fliegt das Männchen in den Kasten, um sein Weibchen mit Futter zu versorgen. Nach etwa 10 bis höchstens 14 Tagen schlüpfen die Jungen. Jetzt müssen die Meiseneltern ununterbrochen Nahrung herbei schaffen, die Ende April wieder reichlicher zur Verfügung steht. Den Kot der Jungen fressen die Meiseneltern in den ersten tagen nach dem Schlüpfen auf, denn die Jungen verdauen die Nahrung zuerst nur unvollständig und es  ist noch genug Verwertbares im Kot enthalten. Später tragen die Altvögel nach jeder Fütterung kleine weiße Kotballen nach draußen.

 

 

Diese lassen sie in weiterer Entfernung vom Nest wie einige Tage zuvor die Eierschalen, fallen. Nach spätestens vierzehn Tage haben die Jungmeisen den Kasten verlassen und kehren auch nicht in ihn zurück. Viele von ihnen werden Katzen und Dohlen, Sperbern und widrigen Wetterverhältnissen zum Opfer fallen. Es bleiben aber immer genug übrig, um die Art zu erhalten.

 

 

 

 

Weitere Infos zur Blaumeise im Natur-Lexikon: http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00031/HWG00031.html